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Aktuell
Belted Galloway und Galloway
sind klein- bis mittelrahmige Fleischrinderrassen aus dem Südwesten
Schottlands. Das raue Klima und der karge Boden der Region Galloway prägten
ihre Eigenschaften und verhalf ihnen zu ihrem ähnlichen, herkunft-bezogenen Namen.
Soweit die Gemeinsamkeiten. Wer nun meint,
das Belted Galloway ist nur ein Galloway mit einem Belt, der irrt gewaltig!
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Galloway und Belted Galloway sind kaum miteinander verwandt.
Genetische Untersuchungen über die Verwandtschaft der Rinderrassen durch
das Roslin Institut der Universität Edinburgh zeigen, dass die Rasse Belted
Galloway näher zu Aberdeen Angus und Murray Grey steht als zu Galloway. Die
vollständige wissenschaftliche Arbeit ist hier nachzulesen: http://epublications.roslin.ac.uk/9697annrep/diversity.pdf
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Seit 1922 existiert in Schottland ein eigenes Herdbuch der
Rasse Belted Galloway. Außer Deutschland (mit Ausnahme des Verbandes
Schleswig-Holsteiner Fleischrinderzüchter e.V.) haben sich alle in der
Belted Galloway-Zucht bedeutenden Staaten dieser
separaten Herdbuchführung angeschlossen.
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Jegliche Kreuzung von Galloway und
Belted Galloway führt dauerhaft zur
Veränderungen der Genetik. Noch nach vielen Generationen können nicht
rassetypische Eigenschaften, wie z.B. Zeichnungen wieder durchbrechen.
Warum es beim Import der ersten Zuchttiere nach Deutschland dazu kam, alle
Galloways, Belted Galloways und White Galloways in einem gemeinsamen Herdbuch
einzutragen, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Möglicherweise passierte es
damals aus Unwissen oder auch aus Bequemlichkeit, und konnte und wollte später
aus finanziellen Gründen nicht mehr geändert werden.
Hinzuweisen ist hier auch
darauf, dass White Galloways in Groß Britannien nur registriert werden, d.h.
nicht einmal ein Herdbuch dafür existiert. Importiert nach Deutschland wurden
diese aber sofort als Rassetiere ins Herdbuch eingetragen.
Deutschlands Alleingang, alle verschiedenen Galloway-Varianten
wie Galloway, Belted Galloway, White Galloway
sowie neuerdings auch die Rückzüchtung der Riggits gemeinsam in einem Herdbuch zu vermischen
und die Farbschlag-Einteilung alleine nach dem äußeren Erscheinungsbild (Phänotyp)
vorzunehmen (wie vom Bundesverband Deutscher Galloway-Züchter, BDG, empfohlen)
stößt bei ernsthaften Züchtern auf heftigen Widerstand. Anpaarungen untereinander
gelten nicht wie in anderen, in der Galloway - Zucht bedeutenden Staaten, als Kreuzungen, sondern werden als reinrassige Herdbuchtiere eingetragen
und sind sogar
Elite-körfähig. Für den internationalen Handel bedeutet dies, dass deutsche Zuchttiere nicht wie EU-üblich uneingeschränkt, sondern nur mit
gewissen Herdbuch-Auflagen exportiert werden können.
Laut BDG ist diese Art der Zucht politisch begründet. Es ist allerdings
fraglich, wie man mit Politik züchten kann.
Ahnungslosen Neueinsteigern in der Belted Galloway - Zucht werden (mit Billigung
durch den Bundesverband Deutscher Galloway-Züchter) oftmals solche Kreuzungen
als "reinrassige Herdbuchtiere mit Elite-Standard" angedreht. Der Misserfolg in der
Nachzucht ist naturgemäß vorprogrammiert.
Allein der Verband Schleswig-Holsteiner Fleischrinderzüchter e.V. hat von Anfang
an alle Tiere korrekt in getrennten Herdbüchern eingetragen und die engagierten Züchter dort wollen
keinen Wechsel zu dem vom Bundesverband Deutscher Galloway-Züchter empfohlenen
fragwürdigen System. Somit ist Schleswig-Holstein Deutschlands
letztes Reinzuchtgebiet von Galloway und Belted Galloway.
Darum Augen auf beim Zuchttierkauf:
Es ist nicht immer Belted
Galloway,
was wie Belted Galloway aussieht!
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